Wie der Springer Konzern und die Bild wieder auf Linie kommen sollen

Rosenkriege, Gender-Hysterie und jede Menge Dreck – Wie Spiegel & Co Bild-Chef Julian Reichelt zur Strecke bringen wollen, damit die Kritik an Merkel endlich aufhört.

Politiker, Top-Manager und generell männliche Führungskräfte müssen schon seit längerem auf einem Minenfeld wandern, auf dem jeder Fehltritt den tödlichen Ausgang für Beruf und Karriere verheißt. 

Schon ein charmant gemeintes Kompliment über das gute Aussehen einer weiblichen Mitarbeiterin kann zum Vorwurf „sexistischer Anmache“ bewußt mißverstanden werden. Schon ist die Anklage eröffnet, die fast immer zur Verurteilung durch den Scharfrichter Zeitgeist führt.

Eines ist klar: Die berühmte Besetzungscouch oder ein mit Drohungen oder Verheißungen erzwungenes „Bett-Erlebnis“ ist jenseits der roten Linie, und entsprechend schnell und hart zu ahnden. Doch darum geht es heute schon längst nicht mehr. „Toxische Männlichkeit“ wird von Seiten der feministischen Linken jeder Person männlichen Geschlechts attestiert, die allein vom Typ her männlich wirkt und dies auch selbstbewusst ausdrückt. 

Da in den meisten an-akademisierten Kreisen der Gender-Fanatiker*innen das Geschlechterverhältnis vorn vornherein als Krieg definiert wird, darf auch keinerlei Possieren oder erotisierendes und spielerisches Abtasten stattfinden. 

Was eins ein „richtiger Kerl“ war, ist heute ein Fall für die „Compliance-Abteilung“, wie es neudeutsch heißt: Also die betriebsinterne Sittenpolizei, die Korruption und Schlimmeres verhindern soll.

Julian Reichelt auf dem Schafott

Nun hat es den Axel Springer-Konzern erwischt; immer noch das größte Medienhaus des Landes und Verleger seiner auflagenstärksten Zeitung, BILD. Eigentlich unerwartet – denn schon seit Jahren surft Springer-Boss Matthias Döpfner brav auf der Gender-Welle mit. 

Sowohl im Vorstand, wie auch in den Chefredaktionen ist die Frauenquote vorbildlich erfüllt. Und wie überall gibt es darunter Tüchtige und Erfolgreiche, genauso wie Null*innen, die im Schutz der Quote ihr Auskommen finden. 

Die Spitze des Hauses gibt sich bemüht, voll im Zeitgeist zu schwimmen. Bei vielen Führungskräften ist die Angst vor Gender-Anwürfen mittlerweile auch so verinnerlicht, dass wie in amerikanischen Großunternehmen und Anwaltskanzleien, das gemeinsame Benutzen von Fahrstühlen allein mit einer Frau möglichst vermieden wird; im alten Springer-Verlagsgebäude bevorzugen gehetzte Führungskräfte den langsam rumpelnden, aber transparenten Paternoster statt des gefährlichen Schnellaufzugs zum Schafott.

Doch das Leben kennt eben auch die Realität und die besteht bei einem Medienhaus insbesondere darin, die Bedürfnisse seiner Leserschaft zu erfüllen. Das gilt in ganz besonderer Weise für das Massenblatt BILD. Wenn 10 Prozent der Käufer die Begriffe „Gender“ oder „MeToo“ für nichts anderes als eine neuen Beauty-Produktlinie halten, dürfte das schon sehr hoch gegriffen sein. 

Das nackte Mädchen auf der Seite 1, das den Bauarbeitern das hart verdiente Pausenbrot verdaulich gemacht hat, wanderte zunächst in den Innenteil, um kurze Zeit später ganz zu verschwinden und durch einen „Refugees Wellcome“ Sticker ersetzt zu werden. 

Das zeitgleich auch von vier Millionen täglich verkaufter Exemplare drei Millionen ebenfalls auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind, liegt nicht nur am Fehlen spärlich bekleideter Blondinen, sondern am Fernsehen, den Gratis-Zappelbildern auf dem Handy und einem Zeitgeist, der die direkte, harte Schlagzeile ablehnt, die mit wenigen aber großen Buchstaben aufs Gefühl im Stammhirn zielt und nicht so sehr auf das politisch- korrekt saubergewaschene Großhirn.

Boulevard oder Seminarraum am Gender-Leerstuhl?

Die „kleinen Leute“ haben ganz andere Sorgen als die linke Schickeria oder die autoritäre Priester-Kaste an den Universitäten oder in so vielen Redaktionsstuben. In BILD finden sich die Untiefen menschlichen Handelns, aber auch die Schicksalsschläge des Lebens – im Guten wie im Bösen. 

BILD ist täglich bei Bürgern und ihren Gefühlen, und wenn sie es nicht ist, dann ist sie nicht mehr. Und da ist es nunmal so, dass über 80 Prozent davon gern in unserem Land leben und es als das ihre verteidigen wollen. Genauso wie sich eine Mehrheit mit ihren Privatbeziehungen unerschütterlich an der reaktionären Kleinfamilie mit Trauschein orientiert. Ebenso herrscht ein breiter Konsens darüber, dass es Männer und Frauen sind, die sich gegenseitig anziehen und auch anreizen – und, man höre und staune, es gehört auch Sex dazu. 

Unter Promis und mit der Nachbarin, man liest es wenigstens gerne. BILD ist auch Traum.

Freude und Begeisterung, das ist BILD, genauso wie Wut und Aggression. So wie das Leben eben ist. An der Spitze eines solchen Blattes muss ein handfester Typ stehen. Einer, der das Lebensgefühl in große Buchstaben packen kann. Der spürt, was die Menschen bewegt, und dieses in kurze Stücke umsetzen kann. Der die Welt auf einfach Formeln reduzieren kann, statt dicke Bücher zu empfehlen. Einer, der kurze Sätze kann. Einer, der die aufjaulenden Proteste aus den Chefetagen der Wirtschaft genauso durchstehen kann, wie er Anrufe aus der Regierungszentrale nicht fürchten darf. Das sind seltene, hochbezahlten Könner ihres Gewerbes.

Die Könige des Boulevard

Der jetzt so heftig angegriffene BILD-Chef Julian Reichelt ist einer dieser hochbegabten Einzelkämpfer. Der ehemalige Kriegsreporter ist gefährliche Angriffe wie kein anderer im Hause Springer gewöhnt. Er weiß, dass es darauf ankommt, dass Kopf und Bauch schnell und gemeinsam entscheiden müssen. Das erzeugt Neid, Missgunst und weckt die Begierden der Intrige. 

Der von RAF-Terroristen 1989 ermordete Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, gab dem jungen Nachwuchs den Ratschlag: „Wer führen will, muss auch führen wollen!“ Reichelt will führen. Man stelle sich vor, satzdrechselnde Softies wie Regierungssprecher Seibert oder Außenminister Maas stünden an seiner Stelle. Das Blatt würde umgehend vom Markt verschwinden. Reichelt hat dafür gesorgt, dass einige linke Schöngeister die Redaktion verlassen haben. 

Dafür ist BILD unter Reichelt wieder zu einer echten Marke geworden, vergleichbar den Zeiten eines Peter Boenisch, Günter Prinz und Hans-Hermann Tiedje im Chefsessel, die ihre Intellektualität nicht zelebrierten sondern die Leser verzauberten. BILD ging es immer dann sehr gut, wenn harte und klare Kante gefahren wurde, für die Menschen im Land und für die Freiheit im Kampf gegen deren Feinde im Inneren und Äußeren von links und rechts. Gnadenlos geißelt BILD heute das Totalversagen der Merkel-Regierung im Handling der Corona-Krise. 

Das schafft Feinde im Kanzleramt und weit darüber hinaus. BILD hat der Kritik im Land Wucht verliehen und den Angriff auf die Kanzlerin die Spitze gegeben.
Vor dem Krieg der Zeitungshäuser

Man konnte darauf wetten, dass im Wahljahr eine Schmutzkampagne mit schmuddeligen Anschuldigungen gegen ihn in Gang gesetzt wird. Jetzt ist sie da. „Sexismus“ und männliches Protzgehabe sind es, die ihm vorgeworfen werden. 

Als Ingredienzien wird das Gift aus früheren privaten Beziehungen aufbereitet. Das Private soll nicht privat bleiben, Bettgeschichten werden zur Verlagsaffäre. Aus Flur-Geraune wird frei nach dem Motto: „Es könnte, sollte, müsste“ ein giftiger Cocktail zusammengemischt. 

Die Chefköche sind der öffentlich-rechtliche Gossen-Satiriker Böhmermann und der Altlinke und Zyniker Stuckrad-Barre, die gemeinsam mit dem Hamburger Wochenblatt „Der Spiegel“ das Gebräu aufköcheln. 

Stuckrad-Barre soll ein PR-Konzept für die Person Reichelt vorgelegt haben; Imageverbesserung auf Instagram. Es wurde abgelehnt und eine erotische Verbindung führte zur Kündigung, die Rache folgt sogleich. So verbindet sich das Politische mit dem Privaten ganz vorzüglich.

Bei Stuckrad-Barre spielen neben der Frauengeschichte auch noch ein Bruch mit Springer-Chef Döpfner als Motiv eine ganz private Rolle. Um das Kraut fett zu machen, fehlt jetzt nur noch eine „Solidaritäts-Kampagne“ linker und sich dem Gruppenzwang unterordnender Frauen anderer Medienhäuser aus Hamburg. 

Der Resonanzboden ist der linke Meinungsraum, der so groß ist wie ein Seminarraum an einem Gender-Leerstuhl und sich ständig ärgert, dass die Mehrzahl der Leute BILD liest und nicht mit Sternchen verzierte Pamphlete der Pseudo-Akademiker*innen.

Giftig wird es, weil sie sich verbünden mit Politikern und Konkurrenten am Kiosk. Denn das Auflagenelend von STERN und SPIEGEL ist ja auch Folge dieser Grundhaltung, die immer weniger Menschen interessiert und doch beherrschend sein will. 

Kurzum: Hier soll ein Mann mit Hilfe großer Teile der veröffentlichten Meinung zur Strecke gebracht werden. 

Es kann zum offenen Krieg der Zeitungshäuser kommen, in dem sie sich weiter schwächen. Der Feldzug gegen Reichelt ist rein politischer Natur. Döpfner ist gut beraten, dem Sturm standzuhalten und Julian Reichelt den Rücken zu stärken. Denn schon richtet ein weiterer im linken Bunde, der umstrittene Medienjournalist und schreibende Heckenschütze Niggemeier in seinem Blog das Visier auf die Nr. 1 bei Springer.

Denn Döpfner ist am Ende das eigentliche Ziel. 

Endlich soll der Verlag auf Linie gebracht werden, der spät, sehr spät erkannt hat dass Merkels Linie gescheitert ist. BILD soll wieder gezähmt werden, und das funktioniert nur über den Austausch der Köpfe als sichtbare Bestrafung für alle anderen Kritiker. 

So verbünden sich die Anhänger einer um ihre Posten bangenden Regierung mit um ihre Auflage bangenden Blättern zu einem Krieg, der stellvertretend von Medienhäusern ausgetragen wird. Die Braven erhalten zukünftig staatliche Subventionen, die kritischen Stimmen werden öffentlich hingerichtet und ihr Ansehen sozial vernichtet. 

Dass Reichelt vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden wurde, ist kein gutes Zeichen. Man wird jetzt die Richtung des Blattes genau beobachten – und die Auflage nicht minder.
Ratschlag zur Kleiderordnung

Ratschlag eines Gutmeinenden: 

Der Springer-Verlag wäre gut beraten, wenn er eine verbindliche Hauskleidung, für die Damen Vollverschleierung und für die Herren das Tragen wallender orientalischer Gewänder, anordnen würde. Jede Form von Reizbarkeit toxischer Männlichkeit wäre damit beseitigt.

Denn wer geht schon das Risiko der Anmache einer Katze im Sack ein? Außerdem empfehle ich mal einen abendlichen Besuch der Straßen Neuköllns. 

Hier präsentieren sich arabische Männer in eng anliegenden Lederhosen, die ihr schönstes Stück hervorgehoben zur Schau stellen. Nicht selten von bewundernden Blicken auch deutscher Frauen und Mädchen begleitet. 

Der Boulevard lebt, anders, aber grundähnlich, weil sich die Menschen nicht ändern. Nur die großen Medien haben sich geändert und finden deshalb immer weniger statt. 

Über Gender wird auf dem Boulevard entschieden, nicht beim Duden in Mannheim.

Quelle:  Georg Gafron bei Tichyseinblick.de

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